Weg mit den Vorurteilen: „Die IT ist ein Job-Killer“

Industrie 4.0 und Digitalisierung sind derzeit zwei der Top-Themen in der Nachrichtenwelt. Die Themen sind sogar so populär, dass in regelmäßigen Abständen auch Politiker ihre Wichtigkeit immer wieder hervorheben. Es geht darum, die deutsche Wirtschaft zukunftssicher zu gestalten und abzusichern – für unseren Ruf, unsere Wirtschaft und auch für unsere Jobs.

Um letzteres sorgt sich aber so mancher, wenn über digitalisierte Geschäftsprozesse gesprochen wird. Denn mittlerweile sind es nicht nur Schlagworte, die gerne genannt werden um zu zeigen, dass man weiß, was gerade gefragt ist. Auf der Hannover Messe wurde man dieses Jahr sehr konkret und die Bilder schürten eine altbekannte Angst: Die Angst um unsere Jobs.

Auf den Bildern sah man Roboter und der Konsens ist klar: Roboter sollen uns zukünftig nicht nur am Fließband ersetzen oder Montagen vornehmen, sondern sollen in weiten Teilen MIT uns arbeiten, mit uns interagieren. Arbeiten erledigen, die wir auch tun, aber zukünftig eben in Kooperation mit Robotern. Man arbeitet bereits daran, den Robotern ein zumindest teilweise humanoides Aussehen zu geben, damit die Akzeptanz der Menschen steigt.

Doch, wenn diese Roboter mit uns arbeiten und im Grunde das Gleiche machen wie wir – und in diesem Falle jenseits der bisherigen Fließband- oder Montage-Funktionen, dann werden wir sicherlich bald durch Roboter ersetzt. Unsere Jobs sind weg. So die Angst.

Nein, so stimmt das nicht. Möglicherweise werden auch einige Arbeitsplätze durch diese Innovation der Arbeitswelt wegfallen. Doch man bedenke bitte auch die Kehrseite der Medaille, denn „wegfallen“ bedeutet nicht „unwiederbringlich entfernt“:

  • Roboter entstehen nicht von alleine. Es werden viele Fachkräfte benötigt, die über Jahre hinweg Entwicklungsarbeit in die Hardware und Software stecken, die in langen Prozessen durch Tests das Verhalten der Roboter analysieren. An dieser Wertschöpfungskette hängen auch Zulieferer, die die Bauteile für die Roboter herstellen. Und auch hier sind viele Fachkräfte involviert.
  • Roboter können nicht alleine arbeiten. Sie müssen trainiert und überwacht werden. Sie müssen gewartet werden. Und sie müssen wie Menschen auch koordiniert werden. Auch hierfür ist geschultes Personal notwendig.
  • Wenn Roboter zunehmend bei Durchführungstätigkeiten eingesetzt werden, können die Mitarbeiter, die sich in diesen Gebieten ein umfassendes Knowhow erarbeitet haben, in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden, zum Beispiel für Planungs- oder Schulungsaufgaben. Ihre Jobs werden nicht genommen, sie werden lediglich verlagert – und zwar in unter Umständen sogar besser bezahlte Aufgabengebiete.

Drei gute Argumente, warum wir nicht in Panik ausbrechen sollten, wenn die Medien darüber berichten, dass Roboter im Zuge der gern genannten Digitalisierung und Industrie 4.0 unsere Jobs „klauen“.