Lösungskonzept zur erfolgreichen technischen Umsetzung der Digitalisierung

Für viele Unternehmen ist das Thema Digitalisierung nicht erst seit der letzten Cebit auf der Strategieagenda ganz nach oben gerückt. Das sorgt in vielen IT Abteilung für Diskussionen, wie man die Digitalisierung so einführt, dass Sie die Stabilität ihrer Kernsysteme nicht gefährdet und trotzdem den Fachabteilungen die Möglichkeit gibt, mit neuen Applikationen auf Mitarbeiter-, Kunden- und Lieferantenbedürfnisse so einzugehen, dass Prozesse optimiert sowie Kunden- und Lieferantenbeziehungen vertieft werden.

Selbstverständlich hat sich WOGRA ebenfalls die Frage gestellt, wie der Spagat zwischen stabilen Legacy Systemen und Anwendungen der Digitalisierung gelingen kann und wir sind sehr bald auf die Lösung der „IT der zwei Geschwindigkeiten“ gestoßen.

Wir empfehlen unseren Kunden Legacy Systeme von den digitalen Anwendungen zu trennen, um für die unternehmenskritischen Anwendungen die Ausfallrisiken zu minimieren und bei den „digitalen Anwendungen“ schnell neue Innovationen umsetzen zu können.

Nun stellt sich die Frage: Wie kann es zu einem Datenaustausch zwischen den zwei Welten kommen, denn Daten von Kunden, Lieferanten und anderen Partnern sind in den Legacy Systemen gespeichert. Hierfür empfehlen wir einen regelmäßigen Datenexport(von einem Entwicklungsteam einmalig implementiert) von den Legacy Systemen in eine zentrale Datenbank, auf die die „digitalen Anwendungen“ Zugriff haben. Die „digitalen Anwendungen“ sollten die Möglichkeit besitzen, diese Daten um zusätzliche Informationen anzureichern. Theoretisch wäre ebenfalls denkbar, aus dieser zentralen Datenbank auch wieder Daten in die Legacy Systeme zu übernehmen. Aber wir empfehlen diesen Weg nur in Ausnahmefällen, weil dadurch die Chance gegeben wird, dass evtl. falsche Informationen dort abgespeichert werden und damit die Systemstabilität gefährdet werden könnte.

Nach dem Aufbau einer solchen zentralen Datenbank für die „digitale Anwendungen“, sollte man darüber nachdenken, wie zukünftig den Applikationen der Datenzugriff auf die Datenbank gewährt wird. Da man davon ausgehen kann, dass es nicht nur eine „digitale Anwendung“ geben wird, sondern eine Vielzahl, sollte auch die Stabilität jeder einzelnen Anwendung eine wesentliche Rolle spielen. Würden alle Anwendungen auf die zentrale Datenbank zugreifen, könnte es passieren, dass Fehler in einer Anwendung negative Auswirkungen auf alle anderen hätten. Deshalb sollte auch hier mindestens eine logische Trennung der Datenhaltung erfolgen.

Sind diese Punkte geklärt, muss man sich Überlegen, welche Methoden, Frameworks, Teams bzw. Dienstleister dafür geeignet sind um „digitale Anwendungen“ zu implementieren.

Um digitalen Anwendungen zu implementieren benötigt man ein Team oder einen Dienstleister, der in der Lage ist, agil und flexibel zu reagieren und auf entsprechende Methoden zurückgreift. Als Auftraggeber muss einem jedoch bewusst sein, dass agile Methoden und Festpreisangebote normalerweise einen Widerspruch darstellen und dass Festpreisprojekte mit agilen Frameworks wie SCRUM nur schwer umsetzbar sind. Da wir bei WOGRA wissen, dass Planungssicherheit bei unseren Kunden sehr wichtig ist, verwenden wir eine agile Entwicklungsmethode namens Feature Driven Development, mit der wir in der Lage sind, agile Projekte zum Festpreis umzusetzen. Auch die intensivere und engere Zusammenarbeit des Entwicklungsteams mit Fachbereichen und Fachanwendern wird manchen Auftraggeber zu einem Umdenken zwingen.

Eine Anforderung an den Dienstleister ist, dass er mit seinen Entwicklungswerkzeugen möglichst viele Endgeräte unterstützt, ohne dass ein großer zusätzlicher Aufwand entsteht. Auch Anpassungen an den Applikationen sollten schnell gehen und die Produktivsetzung neuer Versionen sollte ohne große Ausfallzeiten geschehen. Wir von WOGRA setzen uns bereits seit unserer Gründung mit diesen Anforderungen auseinander und haben daraufhin unser multiplattform- und modelbasierte Softwareentwicklungs-Plattform WMS entwickelt.

Hat man diese Schritte hinter sich und alle oben aufgezählten Punkte beachtet, so kann man sicher sein, dass ein technisch nachhaltiges System für die Digitalisierung seines Unternehmens aufgesetzt wurde und man kann mit der Entwicklung der ersten „digitalen Anwendungen“ beginnen. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt zur erfolgreichen Umsetzung sind die Kollegen in den Teams. Projektarbeit muss von der Prozessarbeit zur Wertarbeit werden und da werden sich sicherlich viele Kollegen vor allem in größeren Unternehmen schwer tun. Dies werde ich aber in einem eigenen Beitrag ausführen.